Lesen ist eine zentrale Grundlage für schulisches Lernen, gesellschaftliche Teilhabe und eine möglichst selbstbestimmte Lebensführung. An der Hasenbergschule wird Lesen deshalb nicht nur als Aufgabe des Deutschunterrichts verstanden, sondern als durchgängiger Bestandteil des schulischen Lernens.
Viele Schülerinnen und Schüler unserer Schule benötigen beim Lesen besondere Unterstützung. Deshalb legen wir den Schwerpunkt unseres Lesekonzepts auf den systematischen Aufbau von Leseflüssigkeit, Lesesicherheit und Leseverstehen. Im Mittelpunkt stehen klare Routinen, wiederholtes Üben und eine individuelle Begleitung durch die Lehrkräfte.
Unser Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler Texte zunehmend genauer, flüssiger und sicherer lesen können. Dadurch verbessern sich nicht nur die Leistungen im Fach Deutsch, sondern auch das Lernen in allen anderen Fächern.
Ziele des Lesekonzepts
Das Lesekonzept verfolgt mehrere miteinander verbundene Ziele. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Lesetechnik verbessern, Wörter schneller und sicherer erkennen, Sätze flüssiger lesen und Texte zunehmend besser verstehen. Dabei geht es nicht allein um Geschwindigkeit, sondern auch um Genauigkeit, Betonung und Sinnentnahme.
Besonders wichtig ist uns, dass die Schülerinnen und Schüler Erfolgserlebnisse beim Lesen erfahren. Durch regelmäßiges Training sollen sie merken, dass sie Fortschritte machen können. Dies stärkt ihr Selbstvertrauen und ihre Bereitschaft, sich auch mit schwierigeren Texten auseinanderzusetzen.
Zugleich sollen die Schülerinnen und Schüler Lesestrategien kennenlernen, die ihnen helfen, Texte zu erschließen. Sie lernen zum Beispiel, Überschriften zu nutzen, Vorwissen zu aktivieren, unbekannte Wörter zu klären, wichtige Informationen zu markieren und Inhalte mit eigenen Worten wiederzugeben.
Das Leseband als fester Bestandteil des Stundenplans
Ein zentraler Baustein unseres Lesekonzepts ist ein fest im Stundenplan verankertes Leseband. In regelmäßigen, verbindlichen Lesezeiten wird in allen Klassen gezielt an der Leseflüssigkeit gearbeitet. Die Lesezeit findet nach einer klaren Struktur statt und wird von den Lehrkräften verlässlich begleitet.
Durch die feste Verankerung im Stundenplan erhält die Leseförderung einen hohen Stellenwert im Schulalltag. Das Leseband ist kein zusätzliches Angebot, sondern ein verbindlicher Bestandteil des Unterrichts. Die Schülerinnen und Schüler erleben dadurch wiederkehrende Routinen und wissen, was sie erwartet.
Das Leseband schafft einen verlässlichen Rahmen, in dem Lesen selbstverständlich zum schulischen Lernen gehört. Diese Regelmäßigkeit ist besonders wichtig, damit die Schülerinnen und Schüler Sicherheit gewinnen, sich auf das Lesen einlassen können und ihre Lesekompetenz kontinuierlich weiterentwickeln.
Passgenaues Lautleseverfahren als Schwerpunkt der Leseförderung
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Lautleseverfahren. Dabei lesen Schülerinnen und Schüler Texte wiederholt halblaut oder laut. Durch diese wiederholte Übung werden Wörter zunehmend sicherer erkannt, Lesefehler reduziert und das Lesen wird flüssiger. Gleichzeitig üben die Schülerinnen und Schüler, Satzzeichen, Betonung und Sinnabschnitte zu beachten.
Lautes Lesen macht Leseprozesse sichtbar und hörbar. Die Lehrkraft kann dadurch gezielt beobachten, wo ein Kind noch Unterstützung braucht. Auch die Schülerinnen und Schüler selbst nehmen ihre Fortschritte wahr, da sie merken, dass ein Text nach mehrmaligem Lesen leichter fällt.
Die Lautleseverfahren werden nicht als Vorlesesituation vor der ganzen Klasse verstanden, in der einzelne Schülerinnen und Schüler bloßgestellt werden könnten. Vielmehr handelt es sich um geschützte und strukturierte Übungsformen, bei denen alle Schülerinnen und Schüler aktiv sind.

